Vorschau



Heft 1/2019

Post-Jugoslawien

Nach den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-Jahren haben sich teils instabile Friedens-ordnungen etabliert, die nicht unumstritten sind. Nationalismus und die Grenzen in den Regionen sind nach wie vor virulente Themen. Auch die Erinnerung an den Krieg ist immer noch kontrovers. Es gibt in den Ländern völlig unterschiedliche Erinnerungskulturen und somit auch keine einheitliche Interpretation der Balkankriege. Das führt immer wieder zu Spannungen. Ebenso ist eine demokratische Krise feststell-bar. Nach dem Sturz der autoritären Systeme am Westbalkan kam es in vielen Ländern zu einer zaghaften Demokratisierung. Der Transformationsprozess ging allerdings nicht so schnell vonstatten, wie man ihn sich erhoffte. Was bedeutet das für die Kunst aus diesen Regionen, vor allem für die jüngere Generation, für KünstlerInnen, die damals Kinder oder Pubertierende waren und durch die Kriegserlebnisse geprägt wurden?

Erscheinungsdatum: 15. Januar 2019

 

Heft 2/2019

Illiberal!

Liberalität ist einer der am heftigsten umkämpften Begriffe der Gegenwart. Auf der einen Seite wächst die Sorge darum, ob sich ein universell geltender Freiheitsbegriff in irgendeiner Form retten lässt. Auf der anderen gibt es die bekannten Attacken genau darauf unter dem Motto einer emphatisch beschworenen Illiberalität. Der vielerorts beobachtbare Hang zum „Unfreiheitlichen“ versucht das in jahrhundertelangen Mühen durchgesetzte liberale Menschen- und Weltbild durch ein negatives Zerrbild zu ersetzen – die separatistische, ja oft rassistisch verfasste Freiheit der wenigen, national/ethnisch Auserwählten – und das mit Erfolg! Die liberale Demokratie, eine Errungenschaft des politisches Aufklärungsdiskurses, gerät dabei zunehmend unter die ideologischen Räder neuer Autoritarismus- und Faschismusformen, die sich mittlerweile beachtlicher Zustimmung erfreuen. Wie, durch welche konkreten Mittel, lässt sich diese fortschreitende Politik der Spaltung aufhalten? Inwiefern bedingen zunehmende Globalisierung und Digitalisierung Entwicklungen, die mit einem liberalen Menschenbild unvereinbar sind? Und wie muss sich die Freiheit der Kunst neu justieren, um nicht selber nolens volens einem Klima steigender Liberalitäts-beschränkung zuzuarbeiten? Kurzum: Welche neue Dialektik der Befreiung gilt es für die Kultur der Gegenwart zu entwerfen?

Erscheinungsdatum: 15. April 2019